Curriculum Vitae

Kurz-Vita von Gabriele Kaiser

Gabriele Kaiser absolvierte 1978 zunächst das erste Lehramts-Staatsexamen und nach dem Referendariat das zweite Staatsexamen in den Fächern Mathematik und Gesellschaftslehre an der Universität Kassel, wo sie 1986 am Fachbereich Mathematik unter der Betreuung von Werner Blum und Arnold Kirsch mit einer Studie über Anwendungen von Mathematik zum Dr. rer. nat. auch promovierte.

Von 1992-95 führte sie finanziert durch ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine international vergleichende Studie zum Mathematikunterricht in England und Deutschland durch, mit der sie sich 1997 an der Universität Kassel habilitierte. Von 1996 bis 1998 nahm sie eine Gastprofessur an der Universität Potsdam wahr.

Seit 1998 hat Gabriele Kaiser eine C4/W3-Professur an der Universität Hamburg inne für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Didaktik der Mathematik.

Zu ihren Forschungsgebieten gehören mathematische Modellierung im Mathematikunterricht, Mathematiklernen im Kontext sprachlich-kultureller Diversität, international-vergleichende Studien zur Lehrerbildung und zur Lehrerprofessionalität.

Von Oktober 2010 bis Oktober 2016 war sie Prodekanin für Forschung, Nachwuchsförderung und Internationalisierung der Fakultät für Erziehungswissenschaft.

Seit 2005 ist sie Editor-in-Chief der ZDM-Zeitschrift, die seit 2007 vom Springer-Verlag unter dem Namen „ZDM Mathematics Education (formerly Zentralblatt für Didaktik der Mathematik)“ herausgegeben wird.

Unter ihrer Leitung als Convenor fand im Juli 2016 der Weltkongress der Mathematikdidaktik, der 13th International Congress on Mathematics Education (ICME-13) mit über 3.500 Teilnehmern und Teilnehmerinnen an der Universität Hamburg statt.

Seit 2015 leitet sie gemeinsam mit Eva Arnold, der Dekanin der Fakultät für Erziehungswissenschaft,  das Projekt „Professionelles Lehrerhandeln zur Förderung fachlichen Lernens unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen (ProfaLe)“, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gefördert wird.

 

 

Curriculum Vitae von Gabriele Kaiser

Gabriele Kaiser hat seit 1998 eine C4/W3-Professur an der Universität Hamburg inne für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Didaktik der Mathematik.

Gabriele Kaiser hat im Rahmen ihrer Promotion Arbeiten zum Einfluss des Kontextes auf das Mathematiklernen durchgeführt. So hat sie 1986 an der Universität Kassel mit einer sowohl theoretisch als auch empirisch angelegten Arbeit promoviert, in der Fragen des Zusammenhangs der Mathematik mit ihren außermathematischen Kontexten analysiert werden. Diese Arbeiten wurden in neueren Projekten zur Modellierung im Mathematikunterricht fortgeführt, in denen u.a. die Einflüsse von Modellierungen und Realitätsbezügen auf die mathematischen Beliefs der Lernenden empirisch untersucht wurde. Im Rahmen ihrer Arbeitsgruppe wurden und werden aktuell umfangreiche empirische Studien zu mathematischer Modellierung durchgeführt, u.a. zu Interventionen von Lehrkräften im Bereich Modellierung (BMBF gefördert), zur Förderung von Modellierungskompetenzen im Mathematikunterricht, zur Rolle von Modellierung bei Sinnkonstruktionen sowie dem Einfluss von Metakognition beim Modellieren. Aktuell liegt der Fokus auf einer Integration mathematischer Modellierung in die Lehrerbildung.

Gabriele Kaiser ist ausgewiesen im Bereich internationaler Vergleichsuntersuchungen zum Mathematikunterricht. So hat sie sich  1997 an der Universität Kassel mit einer DFG-geförderten Vergleichsstudie zum Mathematikunterricht in England und Deutschland habilitiert, in der die Kulturabhängigkeit der Auffassungen von Mathematik und Mathematikunterricht deutlich wurde.

Seit 2001 beschäftigt sich Gabriele Kaiser mit Forschungen zum Mathematiklernen unter den Bedingungen sprachlich-kultureller Pluralität. So hat sie zusammen mit Ingrid Gogolin ein von der DFG und von der Universität Hamburg unterstütztes Projekt zum Mathematiklernen im Kontext sprachlich-kultureller Diversität durchgeführt. Eine auf die Grundschule bezogene Studie fand im Rahmen der ersten Phase des DFG-geförderten Graduiertenkollegs Bildungsgangforschung statt (2001-2004).

Ihre neuesten Projekte befassen sich mit Fragen der Lehrerbildung, insbesondere unter einer internationalen Perspektive. Zusammen mit Sigrid Blömeke und Rainer Lehmann (Humboldt-Universität zu Berlin) hat sie von 2006-2010 die IEA Studie “Teacher Education and Development Study – Learning to Teach Mathematics” (TEDS-M) durchgeführt, in der DFG-gefördert die Effektivität der Lehrerausbildung in 17 Ländern untersucht wurde. Als Vorbereitung dazu hat sie von 2004-2008 an der Studie „Mathematics in the 21st Century“ teilgenommen, in der der theoretische Rahmen und die Instrumente entwickelte wurden. In Zusammenhang mit der large-scale Studie TEDS-M hat Gabriele Kaiser mit internationalen Kolleginnen und Kollegen aus Hongkong und Australien qualitative Studien zum Lehrerprofessionswissen von Mathematiklehramtsstudierenden durchgeführt.

In Fortführung dieser Studie leitete Gabriele Kaiser zusammen mit Sigrid Blömeke (damals Humboldt Universität zu Berlin), Johannes König (Universität zu Köln) und Martina Döhrmann (Universität Vechta) eine DFG-geförderte Follow-Up-Studie von TEDS-M,  in der video- und webbasiert die Entwicklung des Professionswissens von Mathematiklehrkräften in der Berufseingangsphase untersucht wurde. Die TEDS-M-Studie wurde in weiteren Projekten erweitert: in der vom BMBF geförderten Studie TEDS-Learning to Teach (TEDS-LT) wurde 2009-2012) unter Leitung von Sigrid Blömeke der theoretische Rahmen der Studie TEDS-M auf den Unterricht in den Fächern Deutsch und Englisch erweitert, wobei die Kompetenzentwicklung zukünftiger Lehrkräfte der Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch im Übergang vom Bachelor zum Master untersucht wurde.

2008-2013 hat Gabriele Kaiser, gefördert von der Deutschen Telekom Stiftung, zusammen mit Sigrid Blömeke, Rainer Lehmann (Humboldt Universität zu Berlin) und Hans-Dieter Rinkens (Universität Paderborn) die Entwicklung des professionellen Wissens von Lehramtsstudierenden in der Studieneingangsphase erhoben, und zwar an verschiedenen Universitäten mit innovativen Lehrerbildungskonzepten. Aktuell leitet Gabriele Kaiser zusammen mit Sigrid Blömeke (heute CEMO, University of Oslo) und Johannes König (Universität zu Köln) die Studie TEDS-Unterricht und die BMBF-geförderte Studie TEDS-Validierung, die Fortführungen von TEDS-Follow-Up darstellen, in der Zusammenhänge zwischen den professionellen Kompetenzen von Lehrkräften und den Fortschritten in den Schülerleistungen untersucht werden mit Unterrichtsqualität als zentraler Einflussvariabler.

Gabriele Kaiser leitet seit 2015 zusammen mit Eva Arnold das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung vom BMBF geförderte Projekt „Professionelles Lehrerhandeln zur Förderung fachlichen Lernens unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen (ProfaLe)“ und ist dort mit Projekten zur Förderung der Integration von Fachdidaktik und Fachwissenschaft, des fachlichen Lernens im Kontext sprachlich-kultureller Heterogenität und der phasenübergreifenden Kooperation beteiligt.

 2002 wurde Gabriele Kaiser Mitherausgeberin der  mathematikdidaktischen Zeitschrift "Zentralblatt für Didaktik der Mathematik", eine der ältesten Zeitschriften im Bereich der Mathematikdidaktik. Seit 2005 ist sie Editor-in-Chief der Zeitschrift, die seit 2007 vom Springer-Verlag herausgegeben wird unter dem Namen „ZDM Mathematics Education (formerly Zentralblatt für Didaktik der Mathematik)“.

Des Weiteren ist Gabriele Kaiser Mitherausgeberin zweier im Springer Verlag erscheinender Buchreihen: Die Reihe “Advances in Mathematics Education” wird gemeinsam mit Bharath Sriraman (USA) herausgeben, die andere “International Perspectives on Teaching and Learning of Mathematical Modelling” zusammen mit Gloria Stillman (Australien). Im deutschsprachigen Raum gibt Gabriele Kaiser zwei Buchreihen bei Springer Fachmedien heraus: „Perspektiven der Mathematikdidaktik“ und „Realitätsbezüge im Mathematikunterricht“ mit Werner Blum, Rita Borromeo Ferri (Universität Kassel), Gilbert Greefrath (Universität Münster) und Katja Maass (PH Freiburg).

Von 2010 bis 2016 war Gabriele Kaiser Prodekanin für Forschung, Nachwuchsförderung und Internationalisierung der Fakultät für Erziehungswissenschaft.

Gabriele Kaiser ist international vernetzt: So war sie von 2007 bis 2011 Präsidentin der “International Study Group for Mathematical Modelling and Applications” (ICTMA), eine zu ICMI assoziierte Study Group. Des Weiteren ist Gabriele Kaiser Convenor des “13th International Congress on Mathematical Education” (ICME-13), der Ende Juli 2016 an der Universität Hamburg stattgefunden hat mit 3500 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 250 deutschsprachigen Lehrkräften. Sie ist Herausgeberin der ICME-13 Topical Surveys und der ICME-13 Monographs, die vom  Springer Verlag publiziert werden.